18. August 2026
Gartenbahn ProfiRhB

Landwasser-Viadukt beeindruckt Ingenieure

Marode Brücken, ihre Sanierung oder ihr Ersatz durch einen Neubau sind das beherrschende Thema, wenn es um die Erhaltung von Verkehrswegen geht. Da sticht doch heraus, dass eine weltweit bekannte Brücke heute noch immer steht und 2009 mit einer vergleichsweise sehr günstigen Sanierung von unter 5 Millionen CHF verkehrstüchtig erhalten werden konnte. Diese Brücke ist das Landwasser-Viadukt, ein Wahrzeichen nicht nur der Albula-Linie, sondern der Rhätischen Bahn überhaupt. Vor 125 Jahren, im März 1901, wurde mit dem Bau begonnen, eineinhalb Jahre später war das bis zu 65 Meter hohe, 135 Meter lange Bauwerk fertiggestellt. Im Juli 1903 fand die offizielle Eröffnung statt. Täglich queren etwa 60 Züge der Albulalinie die Brücke nahe des Bahnhofs Filisur.

Der Landwasser-Viadukt im Bau, 1901–1902. Foto: Archiv RhB

Beeindruckend ist das Viadukt, das seit Juli 2008 zum Weltkulturerbe zählt, nicht nur durch seine tollkühne Konstruktion und Lage. Beeindruckend ist auch, wie das Bauwerk mit vergleichsweise simpler Technik, aber viel Verständnis fürs Material und mit Erfindungsgeist gebaut worden ist. Diesem Thema hat sich kürzlich der Webblog „Ingenieur.de“ angenommen: Wie Ingenieure den Landwasser-Viadukt in den Fels setzten, ist der fachliche Beitrag überschrieben und behandelt Verfahrensweisen, die fast in Vergessenheit geraten sind. Etwa Vermessungsarbeiten ohne GPS oder wie die Methode Acatos es ermöglichte, die Brücke ohne Riesengerüste aufzubauen.

Und so resümiert der Beitrag über den Bau des Landwasser-Viadukts: „Seine eigentliche Bedeutung liegt jedoch im ingenieurtechnischen Wert. Das Bauwerk demonstriert eindrucksvoll, wie Fachleute bereits vor mehr als 120 Jahren komplexe statische, geologische und logistische Großprobleme ohne digitale CAD-Planung, schwere Baumaschinen oder moderne Verbundwerkstoffe lösen konnten.“ (Quelle: www.Ingenieur.de)

Ein Landwasser-Viadukt als Modell Fotos: Privat, Jacobi, Archiv GBP

So spannend die Geschichte zum Bau des Originals ist, für den Gartenbahner sind diese Baumethoden kein Vorbild. Aber eine solche Brücke in die Anlage zu integrieren, ist gewiss der Traum mancher RhB-Gartenbahner. Zum 125. Jahrestag des Baubeginns wird der Gartenbahn Profi das Thema in seiner ersten Ausgabe als eMagazin, die am 21. August erscheinen wird, aufgreifen und mit Plänen und gebauten Beispielen anschauliche Anregungen zum Nachbau geben – auch in Varianten.

Der Beitrag aus Ingenieur.de ist hier nachzulesen:

https://www.ingenieur.de/technik/fachbereiche/bau/wie-ingenieure-den-landwasserviadukt-in-den-fels-setzten