18. Mai 2024
HSBSchmalspurbahnen

Was die Dampfloks im Harz in Zukunft antreiben könnte

HSB-Foto: Olaf Haensch

Was verfeuern die Heizer der Harzer Schmalspurbahnen in der Zukunft ihren Dampfloks? Kann eines Tages Wasserstoff statt Steinkohle die Treibstangen in Bewegung bringen? Nach wie vor sind die kohlegefeuerten Dampflokomotiven der HSB zum einen wichtiges Traktionsmittel für die jährlich rund 1,1 Millionen Fahrgäste, zum anderen touristisches Aushängeschild für die gesamte Harzregion. Wie der Betrieb mit den beliebten Lokomotiven auch zukünftig aufrechterhalten werden kann, falls der benötigte Brennstoff Kohle aufgrund des politisch in vielen Bereichen angestrebten Kohleausstiegs einmal nicht mehr verfügbar sein sollte, damit befasste sich eine vom Landkreis Nordhausen initiierte und von der HSB mit finanzieller Unterstützung des Freistaats Thüringen bei der Hochschule Nordhausen beauftragte Machbarkeitsstudie. “Bietet die Verwendung von Wasserstoff oder anderen Brennstoffen eine Alternative zur verfeuerten Kohle?”, lautete die Grundfragestellung.

Die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie zur Verwendung erneuerbarer Brennstoffe wurden nun am 24. Februar in den Räumen der Hochschule Nordhausen offiziell vorgestellt. Schlussendlich kommt man zu dem Ergebnis, “dass die Verwendung erneuerbarer Brennstoffe die vergleichsweise meisten Vorteile bietet. An erster Stelle steht hierbei der Einsatz von sogenannter Pyrolysekohle, die je nach Verwendung auch als Pflanzen- oder Biokohle bezeichnet wird. Sie wird aus der thermischen Behandlung von Biomasse gewonnen und kann in Brikettform in den Feuerbüchsen der Harzer Dampflokomotiven zur Dampferzeugung mit einem ähnlichen Heizwert wie die bisher genutzte Steinkohle verfeuert werden.

Pyrolysekohle als Alternative

Um weitere Erkenntnisse über den Einsatz des derzeit allerdings noch wesentlich teureren Brennstoffs zu gewinnen, hat die HSB bereits eine Folgestudie bei der Hochschule in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse möglicherweise schon bald vorliegen. Perspektivisch ist seitens des kommunalen Bahnunternehmens auch eine praktische Erprobung von Pyrolysekohle im Alltagsdienst der Dampflokomotiven vorgesehen”, teilten die Harzer Schmalspurbahnen mit. Die Suche nach möglichen Alternativen zur Steinkohle reihe sich nahtlos in die bislang umgesetzten Maßnahmen der HSB zur Absicherung der Zukunft des Unternehmens und des aus touristischen wie wirtschaftlichen Gründen für die gesamte Harzregion so wichtigen Dampfbetriebes ein.