Piko SmartControl wird WLAN-fähig

Der Sonneberger Modellbahnersteller Piko geht den Weg seiner eigenen Digitalentwicklungen weiter. Die neu entwickelte Version des Handreglers SmartControl besitzt ein großes Farbdisplay und wird künftig über WLAN mit der neuen Piko-Zentrale kommunizieren. Damit entspricht Piko den Bedürfnissen der Gartenbahner nach einer freiem, kabellosen Bewegungsradius und reiht sich in eine sich zunehmend auch im Modellbahnbereich verbreitete Technologie ein. Der Gartenbahn Profi, der seit seiner Ausgabe 5/2021 digitale Funkhandregler und ihre Kombinationsmöglichkeiten mit digitalen Zentralen vorstellt, wird die neuen Piko-Digitalkomponenten nach Erscheinen vorstellen und seine umfassende Funkhandregler-Serie weiterführen. Bislang gibt es bei Piko den Smart Control light Handregler, der die parallele Steuerung von bis zu 20 Lokomotiven ermöglicht und voll DCC-kompatibel ist. Das SmartControl WLAN wird voraussichtlich zur Jahresmitte erhältlich sein, kostet in einem Basis-Set 249 € (siehe Abbildung) und bietet einen Ausgangsstrom von 2A, sodass bei Großbahnen die Kombination mit einem Booster erforderlich ist. Der reine WLAN-Handfunkregler soll 130 € kosten. Das Piko SmartControl-System kann auch mit handelsüblichen LocoNet-Komponenten kombiniert werden.

Marktentwicklung im Jahr 2022

Piko-Inhaber Dr. René F. Wilfer stellte den Handregler am Donnerstag bei der Jahrespressekonferenz vor, in der er von einem herausfordernden, aber dennoch erfolgreichem Jahr 2022 für das Unternehmen sprach. Nach dem starken Umsatzwachstum in den vergangenen beiden Jahren habe sich die Umsatzentwicklung zuletzt etwas schwächer gezeigt – deutlich längeren Containerlaufzeiten von China nach Sonneberg betrafen vor allem die Produkte der kleineren Spuren. Während die Container früher zwischen 35 und 40 Tage unterwegs waren, waren es zwischenzeitlich bis zu 126 Tage. Andererseits würden sich nach wie vor die anhaltenden Schwierigkeiten bei der Beschaffung elektronischer Bauteile für die Decoder-Herstellung auf die Auslieferung von digitalen und Soundmodellen auswirken, wovon auch Modelle der Spur G betroffen sind. Erst im Laufe der zweiten Jahreshälfte hätten sich die Containerlaufzeiten und auch die Rahmenbedingungen der Logistik kontinuierlich verbessert, sodass durch verbesserte Lieferfähigkeiten im Inland als auch im Exportbereich starke Umsätze generiert werden konnten.

Auch der Krieg Russlands gegen die Ukraine zeige spürbare Auswirkungen. Die infolgedessen steigenden Energiekosten, in Kombination mit den gestiegenen Containerkosten, zwangen Piko dazu, die Preise in der Jahresmitte außerplanmäßig zu erhöhen. Darüber hinaus schlage sich auch die zunehmende, allgemeine Unsicherheit auf das Kaufverhalten am Modellbahnmarkt nieder. Die Angst der Menschen mit Blick auf die Zukunft spiegele sich in einer Zurückhaltung beim Einkauf von nicht lebenswichtigen Dingen, zu denen auch die Modellbahnen gehören. Allerdings geht Dr. Wilfer davon aus, dass sich diese Haltung in den nächsten Monaten verbessern werde, da sich einerseits die Energiekosten wieder normalisieren würden und die Menschen sich nicht dauerhaft die Freude an ihrem Hobby nehmen ließen.

Wir wollen der zweitgrößte Modellbahnhersteller auf dem kontinentaleuropäischen Markt werden und die Nummer 1 unter den Gleichstromanbietern.

Piko-Chef Dr. René F. Wilfer

Trotz dieser schwierigen Rahmenbedingungen gelang dem Sonneberger Modellbahnhersteller auch 2022 ein leichter Umsatzzuwachs im Vergleich zum Vorjahr, mit einem Plus von + 2,7 % lag dieses Wachstum allerdings unter dem zu Vorjahresbeginn angepeilten Gesamtzuwachs von + 8 %. Insbesondere dank eines starken Monats Dezember gelang es im deutschen Fachhandel, der mit über 50 % Anteil am Piko Gesamtumsatz der größte und wichtigste Vertriebskanal ist, das Gesamtjahr sogar mit einem Plus von 5 % gegenüber dem Vorjahr und damit auf Planniveau abschließen zu können. So ist man bei Piko zuversichtlich, dem Ziel, der zweitgrößte Modellbahnhersteller auf dem kontinentaleuropäischen Markt und die Nummer 1 unter den Gleichstromanbietern zu werden, auch in 2022 weiter deutlich näher gekommen zu sein.

Über die wichtigsten Piko-Neuheiten in Spur G berichtete der GBP-Blog am 31. Dezember. Für die Spur G gibt es in gedruckter Form einen erweiterten Neuheitenprospekt, der kostenlos beim Fachhandel sowie bei Piko erhältlich ist. Der aktuelle G-Katalog 2023 beinhaltet diese Neuheitenübersicht. Er erscheint in diesem Jahr erstmals nur in digitaler Form und kann kostenfrei im Piko-Online-Shop heruntergeladen werden. Einen gedruckten G-Gesamtkatalkog gibt es erst wieder 2024 und dann alle zwei Jahre.