24. April 2024
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Wie die Nohab brummt und qualmt…

Die Redaktion macht Weihnachtspause – aber wir haben ein paar Beiträge für diesen Blog vorbereitet, die unser Webserver so nach und nach publiziert.

Vor ein paar Tagen haben wir an dieser Stelle darüber berichtet, die in der Redaktion eingetroffene analoge Nohab-Diesellok von Piko (vorgestellt in GBP 1/2024) mit digital steuerbaren Funktionen auszustatten und auf bereits verfügbare Produkte zurückzugreifen – das sind hier einer mit einem brandneuen Sound bespielter XLS-Decoder sowie ein Rundkesselverdampfer, beides Bauteile von Massoth. Der von Piko angekündigte Schnittstellen-Decoder, der sehr einfach gegen den im analogen Modell verbauten Brückenstecker auszutauschen ist, war im Dezember noch nicht verfügbar.

Frisch auf dem Markt ist dagegen der XLS-Sound von Massoth, den das Entwicklerteam pünktlich zum Erscheinen des Nohab-Modells mit dem unverkennbaren Sound des Sechzehnzylinder-Zweitaktdiesels von EMD abmischte. Der eMotion-XLS-Decoder wird samt passendem Lautsprecher unter der Bestellnummer 8220650 angeboten, zudem ist das Soundprojekt im Massoth-Service-Tool (MST) zum Download verfügbar.

Wir haben den XLS in unsere analoge Nohab mit einem Zeitaufwand von rund einer Stunde montiert, dabei war nur Schrauben angesagt, ein Löten ist nicht notwendig. Ganz so einfach wie mit dem steckbaren Piko-Decoder angedacht ging das nicht, denn es muss die Maschine geöffnet werden, was mit vier Schrauben für die Abdeckung der Bodenwanne über der Schnittstelle (auch für den Piko-Decoder) und weiteren acht Schrauben zum Lösen des kompletten Lokgehäuses bewerkstelligt wird. Der Brückenstecker wird entfernt und die von der Länge her gerade noch passenden Kabel von der Schnittstellenplatine auf die Schraubleisten des XLS umgeklemmt. Auf den schmalen Einbauplatz von Platine und Brückenstecker kommt nun passgenau der neue Decoder. Der mitgelieferte Visaton-Lautsprecher passt exakt in die Aufnahme neben der Decoderwanne und wird über einen Steckkontakt mit dem Decoder verbunden. Detaillierte Hinweise zum Anschluss hat die Firma Massoth übrigens auf der Wiki-Seite als PDF hinterlegt.

Bevor die Lok montiert und wieder aufs Fahrgleis gestellt wird, fallen noch einige wenige Programmierschritte für Adresse und Belegung der Lichttaste an. Das sind:

– CV56 = 64 (rotes Schlusslicht an Führerstand 1, über Lichttaste)

– CV54 =128 (rotes Schlusslicht an Führerstand 2, über Lichttaste)

– CV113 = 15 (Führerstandbeleuchtung 1, zu schalten mit F15)

– CV115 = 15 (Führerstandbeleuchtung 2 schalten mit F15)

– CV141 = 0 (nur automatisch ausgelöstes Bremsgeräusch)

Perfekt vorbereitet für Massoth-Verdampfer

Piko hat die Nohab übrigens für den Einbau eines Verdampfers perfekt vorbereitet. Und da die Lok immer noch geöffnet auf dem Werkstatttisch lag, haben wir das gleich mit erledigt. Auf der Dachinnenseite unterhalb der Auspuffhutzen ist die Anschlussmöglichkeit für einen Verdampfer sichtbar. Zwischen die beiden angespritzten seitlichen Wangen passt der Massoth-Rundkesselverdampfer, aber auch der gepulste Verdampfer aus gleichem Hause exakt so hinein, dass er mit dem Kaminanschluss im Dach der Lok fluchtet. Zwei Bohrungen im Gehäuse liegen genau unter den Befestigungsfüßen des Rauchentwicklers und dieser kann daher einfach mit zwei Schrauben an der Stelle fixiert werden. Kein Bohren, kein Nachfeilen.

Somit sind nur noch die beiden Anschlusskabel mit den Gleisstromklemmen des Decoders zu verbinden und der Verdampfer kann in Betrieb genommen werden. Dieser sollte bereits vor der Montage in die Lok auf Dieselbetrieb (CV50 = 0) und mit der Lokadresse programmiert werden, dabei ist auch die Programmiersperre zu setzen. Nach Montage der Maschine kann der Tank befüllt werden – und los geht’s.

Den kompletten Umbaubericht samt Verdampfer veröffentlichen wir in der Ausgabe 2/2024 des Gartenbahn Profi, die am 23. Februar erscheint. Wir wollten Sie aber nicht so lange warten lassen und haben daher unseren Beitrag in GBP 1/24 über das Analogmodell um diesem Blogbeitrag ergänzt. Und was wir hier auch besser zeigen können, ist das hör- und sichtbare Ergebnis an einer fahrenden Lok, welches wir in zwei Videos dokumentiert haben.

Bei dieser Gelegenheit möchten wir uns ausdrücklich für die sehr kurzfristige Belieferung durch die beteiligten Hersteller Piko und Massoth bedanken. Das ist keineswegs selbstverständlich, aber Technik-Beiträge im Gartenbahn Profi basieren nicht auf Basis von virtuellen Produktinformationen.